Einmal ohne, bitte goes Berlin – der Kick-off

Einmal Trommelwirbel, bitte: Es ist so weit. Nach Monaten voller Telkos und Zoom-Konferenzen, Brainstorming und rauchender Köpfe wird es endlich Realität – das deutschlandweite Roll-out. Einmal ohne, bitte goes Germany und wir rollen unseren pink-blau-gelben Teppich aus. Yeeeaah!

In München, wo wir 2018 unsere ersten Schritte machten, sind mittlerweile über 500 Lebensmittelbetriebe dabei, die Onlinekarte wächst und bald können die teilnehmenden Läden auf (Spoileralarm) einer App abgerufen werden. Von Anfang an war klar, dass die Mission „Welt vom Verpackungsmüll befreien” zwar in München starten, aber nicht hier stehen bleiben kann.

Unser Nest verlassen

Nach einem erfolgreichen Crowdfunding 2019 haben wir am 1. Oktober 2020 unseren nächsten Meilenstein erreicht: Mit Paukenschlag launchte Einmal ohne, bitte Germany in Berlin. Offizieller Kick-off war um 12.30 Uhr auf dem Ökomarkt am Kollwitzplatz gemeinsam mit unserem Städtepartner in Berlin, dem @zerowasteverein. Mit Unterstützung von Johanna aus München und Stefan Tidow, dem Berliner Staatssekretär der Senatsverwaltung für Verkehr und Klimaschutz, haben wir den Start in Berlin gerockt.

Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können: Die Coronapandemie hat unsere Müllberge wachsen lassen und uns abermals vor Augen geführt, wie dringend wir verpackungsfreies Einkaufen für eine gute, ökologische Zukunft brauchen. Daher ist nach Berlin auch noch lange nicht Schluss. Am 25. Oktober hatten wir ein grandioses virtuelles Netzwerktreffen mit 15 Städtepartner*innen, die alle gemeinsam an einer Vision arbeiten: müllfreies Einkaufen und Take-away für jede*n und überall.

Aber wie war das eigentlich in Berlin?

Auf dem Wochenmarkt herrschte eine entspannte und angenehme Atmosphäre – Wochenmarkt-Feeling eben. Die Besucher*innen, eine ziemlich bunte Gruppe (von der älteren Dame über die Studentin bis hin zum jungen Vater war alles dabei), kamen zu unserem Stand, hatten Zeit und Interesse im Gepäck und stellten fleißig Fragen. Grundsätzlich waren sich alle einig: Es gibt viel zu viel Verpackungsmüll! Auf unserem Infostand am Platz hatten wir Infomaterial, Boxen und andere Behälter sowie plastikfreie Alternativen wie Bienenwachstücher ausgestellt. Als kleiner Appetizer konnten die Besucher*innen mit bunten Legosteinen in Einmachgläsern abstimmen, was sie zukünftig wohl am liebsten verpackungsfrei einkaufen werden: Kosmetik? Käse und Wurst? Nudeln und Reis? Oder Schoki? Die Resonanz war so positiv, dass man die gute Laune in der Luft beinahe riechen konnte.

Wir sind aber nicht nur mit Passant*innen ins Gespräch gekommen, sondern haben auch mit den coolen Socken vom Berliner Start-up era Zero Waste gequatscht, die unseren Launch besucht haben. Am Start war außerdem der Berliner Klimaslam, der unter anderem Zero-Waste-Initiativen einlädt, sich vorzustellen. Vielleicht bekommt Einmal ohne, bitte auch einmal die Möglichkeit, als Slammer in Berlin aufzutreten, und es gibt ein wortgewaltiges Wiedersehen?

Zwei Personen präsentieren den Sticker von „Einmal ohne, bitte“ an einer Berliner Ladentür

„Tonnosaurus Rex” und die „Leer Force One“ – Müllvermeidung auf Berlinerisch

Wir haben festgestellt: Die Berliner*innen gehen mit dem Thema Müll schon sehr charmant um. Wie sich das äußert? Sie geben ihren Müllfahrzeugen hübsche Namen und bekleben ihre Mülleimer mit lustigen Sprüchen: Da fahren der „Tonnosaurus Rex” und die „Leer Force One” durch die Stadt, „Schau mal Eimer an” und „Man lebt nur Eimer” laden zum Wegwerfen des eigenen Abfalls ein. Zero-Waste-Läden gibt’s zuhauf. Die Berliner*innen geben sich wirklich Mühe, aber beim Thema Take-away nimmt die Hauptstadt noch längst nicht die Vorreiterinnenrolle ein, die man sich von ihr wünschen würde. Wir finden: Berlin, da geht noch mehr! Mehr müllfreie Einkaufs- und Take-away-Möglichkeiten, mehr Coolness und Trendsetting beim Einkauf mit Box und Beutel! Nichtsdestotrotz können wir uns in der Münchner Zentrale von Einmal ohne, bitte auch etwas von Berlin abschauen. Laut einer Pressemitteilung der Stadt vom 6. Oktober 2020 soll Berlin Zero Waste City werden und entwickelt eine Strategie zur Transformation der städtischen Abfallwirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft im Sinne des Zero Waste. Chapeau!

Wer in Berlin auf jeden Fall schon von Beginn an mit ganz viel Coolness mit uns vorausgeritten ist: der Berliner Zero Waste e. V. Schon seit über einem Jahr arbeitet das passionierte Team ehrenamtlich an der Umsetzung vor Ort. Es ist das Herz von Einmal ohne, bitte in Berlin.

Jubelndes Team beim Kick-off in Berlin mit Schildern von „Einmal ohne, bitte“ und „Zero Waste e. V.“

Und wie geht’s weiter?

Von Anfang an waren wir Feuer und Flamme für unser Label und sind voller Dankbarkeit für all diejenigen, die uns darin bekräftigen und unterstützen. Gemeinsam erobern wir mit unserem Label ganz Deutschland – die MS Einmal ohne, bitte sticht in See (mit Elektromotor und voll öko natürlich)! Einmal ohne, bitte goes Germany und wir feiern einen großen weiteren Schritt in eine Zukunft ohne Verpackungen. YEAH!

Und: In den Startlöchern stehen der Zero Waste e. V. Hamburg, Lippe im Wandel e. V. und Perpetuum Mobility e. V. sowie viele weitere engagierte Menschen.